Wiedersehen mit Wilhelm Busch und Hans Huckebein

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Die „Regenlandschaft“ zeigt Buschs Originalität als Maler

Es passt perfekt zusammen: Noch bis     3. März ist im Museum LA 8 in der Lichtentaler Allee, dicht beim Theater am Goetheplatz, „Wilhelm Busch. Bilder und Geschichten“ zu sehen, eine einzigartige Ausstellung bekannter und unbekannter Werke des weltberühmten Zeichners – dazu gehören etliche seiner Gemälde.
Fast genau gegenüber, im „Atlantic Parkhotel“, können sich Besucher am Abend des 1. Februar wieder von Buschs Versen und Karikaturen unterhalten lassen: „Hans Huckebein und andere schräge Vögel“ ergänzen das üppige Rahmenprogramm des Museums um unsere vergnügliche Soirée. Die Premiere im März 2018 wurde mit viel Lob und Applaus bedacht.

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Das Kaminzimmer des „Atlantic“

Als Wilhelm Busch „Max und Moritz“, „Die fromme Helene“, „Plisch und Plum“… erfand, seine gezeichneten Figuren und Geschichten ihn rasch berühmt machten, war Baden-Baden „Sommerhauptstadt Europas“, und das „Hotel d‘Engleterre“ – heute „Atlantic Parkhotel“ – beherbergte hohe Gäste wie den Reichskanzler Bismarck.

Busch gilt seit langem als einer der Urväter des Comics, er selbst schätzte die Bildergeschichten gering:

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So sah sich Busch selbst 1894

Ich betrachte meine Sachen als das, was sie sind, als Nürnberger Tand, als Schnurrpfeifereien, deren Wert nicht in ihrem künstlerischen Gehalt, sondern in der Nachfrage des Publikums zu suchen ist …“

Seinen Fähigkeiten als Maler misstraute er, als Autor fühlte er sich verkannt. Wer war der Mann mit dem grimmigen, bisweilen grausamen Humor? Er hat nie geheiratet – aus Eigenliebe oder weil er die Ehe verachtete? Wieso belustigen seine Einfälle uns heute noch ebenso wie vor 150 Jahren?

Dazu gibt‘s musikalische Improvisationen: Swing, Jazz, Chanson.

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Weihnachtsgurken – und andere skurrile Geschichten

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Eine kleine Gurke aus grünem Glas hängt versteckt im Weihnachtsbaum. Wer sie zuerst findet, bekommt ein Extrageschenk. Diese deutsche Tradition wanderte Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Thüringischen Lauscha in die USA, wurde dort als „Christmas Pickle“ zum Renner – und kehrte, fast vergessen, vor einigen Jahren nach Deutschland zurück. Den skurrilen Baumbehang gibt es mittlerweile in vielen Größen und Formen. Ob und wie oft darum bei der Bescherung gestritten wird, ist erstaunlicherweise von der Wissenschaft noch nicht untersucht.

Unsere Titelgeschichte handelt zwar auch von Weihnachten, sogar weißen, von echtem mundgeblasenen Lauschaer Christbaumschmuck, von Vorfreude aufs Essen, aber statt Geschenken gibt es allerlei Überraschungen. Und die Gurken sind zwar echt, aber beinahe unbezahlbar.

KutteldaddelduWenn Sie schwarzen Humor mögen, schräge Anekdoten und Gedichte, dann sind Sie bei der Weihnachtsausgabe von „Leben Lesen“ genau richtig. Sie erfahren zum Beispiel, wie Joachim Ringelnatz seinen Kuttel Daddeldu feiern, und wie Ambrose Bierce eine Kuh vom Pfarrer striegeln lässt. Ihre eigenen Stories dürfen Sie auch gern mitbringen und erzählen – lassen Sie sich animieren.

Wir laden wieder zu einer literarischen Soirée mit Musik ein, „Special Guest“ ist der Seemann Kuttel, Whisky und Tabakspfeifen spielen auch mit – Christkind Ahoi!

Am 22. Dezember 2018, 20:30 Uhr im Kaminzimmer des „Atlantic Parkhotel“, Goetheplatz 3 in 76530 Baden-Baden. Der Eintritt ist frei.

Träume altern nicht – wie Liebe zeitlebens das Gleichgewicht stört

Wenn einer das Berufsleben hinter sich hat, im Schwarzwald wohnt, gesund und munter, ohne Verpflichtungen und finanzielle Nöte, darf er sich aussuchen, mit wem er seine Zeit verbringen will. Es sei denn, die Traumfrau erscheint. Sie bringt alles durcheinander. Plötzlich ist die große Liebe zum Greifen nah. Was kann man da schon tun?

„Verträume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!“ ist ein gängiger Spruch fürs Poesiealbum. Manchmal aber bekommen wir einfach geschenkt, wovon wir nicht zu träumen wagten. Liebe ist keine Frage des Alters, auch keine des Reichtums. Wie viel davon können wir zulassen – und vertragen?

In der literarischen Soirée „Leben Lesen“ unterhalten wir Sie diesmal mit einer skurrilen, amüsanten Geschichte aus dem Schwarzwald und Gedichten, die zur Jahreszeit und zum Thema passen. Lassen Sie sich überraschen.

Dazu gibt‘s musikalische Improvisationen: Swing, Jazz, Chanson. Der Eintritt ist wie immer frei, sollte Ihnen der Abend gefallen, freuen wir uns über eine Spende.

Am 1. Juni 2018, 20.30 Uhr im Kaminzimmer des

„Atlantic Parkhotel“, Goetheplatz 3 in 76530 Baden-Baden

Frühling reist

Den Mai lässt Erich Kästner 1955 als “Mozart des Kalenders” auftreten. Sein Gedicht gehört zu den Schönsten. Gut ein halbes Jahrhundert nach dem Erscheinen seines Zyklus habe ich die Kutsche des Zauberers Mai  mit einem Regionalzug verglichen – weil jeder den Frühling anders erlebt.

Mozarts Auftritt im Kalender

Die Räder rollen durchs glückliche Land
der rostenden Wünsche, es schnattert das Jungvolk
Eingeflimmert aufs Mittelmaß,
duftend nach Fritten und Plastikfraß.
Gesichter voll Eisen, Chemie in den Haaren
Sehn sie nicht wo, verstehn nicht, wohin sie fahren.

Draußen geschieht das verlässliche Wunder
Das sich doch niemals planen lässt
Aus Landschaften werden Züge des Glücks
Triumphprozessionen verliebter Vögel.
Textilgeschäfte verhökern den Rest
Nächstens geht die Weltwirtschaft unter.

Altersrenditen verfallen im Takt
Der murmelnden Kugeln in den Rouletts
Der schwingenden Kurse auf den Parketts
Alle Tresore werden geknackt.

Derweil erblühn die unsterblichen Formen
Aus sterblichstem Stoff in den Farben der Träume.
Ich zähle die Tage als letzte Momente
Dass vom fliegenden Blau ich nur nichts versäume.
Keine Blüte sei ungeküsst
vom Blick, der auf Unendlich gerichtet ist.