Hans Huckebein und andere schräge Vögel

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Baden-Baden war „Sommerhauptstadt Europas“, und das „Hotel d‘Engleterre“ – heute „Atlantic Parkhotel“ – beherbergte hohe Gäste wie den Reichskanzler Bismarck, als Wilhelm Busch „Max und Moritz“, „Die fromme Helene“, „Plisch und Plum“… erfand. Seine gezeichneten Figuren und Geschichten machten ihn berühmt, er gilt als einer der Urväter des Comics.

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Busch selbst schätzte die Bildergeschichten gering:

Ich betrachte meine Sachen als das, was sie sind, als Nürnberger Tand, als Schnurrpfeifereien, deren Wert nicht in ihrem künstlerischen Gehalt, sondern in der Nachfrage des Publikums zu suchen ist …“ Seinen Fähigkeiten als Maler misstraute er, als Autor fühlte er sich verkannt. Wer war der Mann mit dem grimmigen, bisweilen grausamen Humor? Er hat nie geheiratet – aus Eigenliebe oder weil er die Ehe verachtete? Wieso belustigen seine Einfälle uns heute noch ebenso wie vor 150 Jahren?

Mit einigen bekannten Bildergeschichten, mit biografischen und historischen Anekdoten wollen wir das Publikum im Kaminzimmer des „Atlantic Parkhotels“ Baden-Baden unterhalten, es kommen in unserer Soiree aber auch unbekannte Gedichte und Prosa von Wilhelm Busch zu Gehör. Lassen Sie sich überraschen.

Dazu gibt‘s musikalische Improvisationen: Swing, Jazz, Chanson.

Aktuelle Termine: 9.März 2018, 20:30 Uhr

 

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Kaminzimmer im Atlantic Parkhotel

Weihnachtsgeschichten

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Rilke-Abend im März und April 2016

Annegret und Bernd Müller (Gesang, Gitarre) und Achim Quellmalz (Klarinette) gestalten inzwischen gemeinsam mit mir unsere Literaturabende im Atlantic Parkhotel in Baden-Baden. Seit 2013 gehört dazu auch der Nachmittag des 24.12.; mit Geschichten und Liedern stimmen wir auf den Heiligen Abend ein. Auf Nussknacker und Mausekönig“ von E.T.A. Hoffmann folgte 2014 „Weihnachtsschmuck: Friede – Freude – Eierkuchen?“, ein unterhaltsamer Dialog zwischen Bruder und Schwester, die sich ihrer Kindheit erinnern. Die Geschichte ist in meinem literarischen Weblog veröffentlicht. Wir haben sie 2016 wiederholt. Lachend über schräge Episoden aus Zeiten des Mangels fragen sich die Geschwister: Könnten wir uns andererseits heute noch so von der Weihnacht verzaubern lassen? Was ist geblieben vom Entzücken, von der Stimmung jener Jahre, als kleinste Geschenke die Augen leuchten ließen?

Hotelgästen und Hotelleitung gefiel das alles so gut, dass sie sich einen alljährlichen „Weihnachtskaffee“ im Kaminzimmer wünschen. 2015 und 2017 amüsierten sie sich über „Die Weihnachtshasserin“. Eine Probe dazu habe ich  als Video auf YouTube hochgeladen.

Freunde oder bloß fb?

Wohnort, Heimat, ZufluchtFraglos war’s eine wichtige Erfahrung, fraglos waren unter den fb-Kontakten, etwas hochtrabend Freunde geheißen, wirklich interessante, kluge, poetische, witzige Menschen mit lesenswerten Texten und ansehnlichen Fotos, aber nach sieben Jahren (wie die Zeit vergeht!) kann ich dem „Sozialen Netzwerk“ nur noch wenig abgewinnen, es frisst andererseits unverhältnismäßig viel Zeit, betrachte ich auch nur das rasche „Drüberscrollen“ bei Banalitäten, Pöbeleien, Panikmache, -zigfach Geteiltem, Werbung, … .
Drum habe ich meinen fb-Account heute stillgelegt. Wer wirklich an meinen Gedanken, Reflexionen, Pointen, Fotos interessiert ist, findet meinen Weblog – und kann den direkten Meinungsaustausch suchen, dafür gibt’s obendrein die „Literatur“-Community bei google+, twittern werde ich auch bisweilen.

Viel besser gefällt mir der persönliche Umgang mit Freunden: Er ist unersetzlich, es kann einer gar nicht genug Zeit darauf verwenden, Freundschaften zu pflegen, die den Namen verdienen, noch dazu, da seine Lebensspanne erkennbar gegen Null geht. In diesem Sinn: Willkommen hier oder bei meinen Veranstaltungen etwa im „Atlantic Parkhotel“ in Baden-Baden. Die nächste wird am 14. Oktober sein und hat den Titel „Keine Angst vor netten Leuten“. Satirische Texte von Tucholsky bis heute stehen auf dem Programm.

Ins Offene

IMG_20160404_165226_1Jeden Jahres Wunder geschieht wieder, und ich kann niemals genug davon haben. Wenn einer als Kind das Glück hatte, so viel Zeit wie möglich im Freien zu verbringen, die Zauber der sich wandelnden Natur zu schauen, alle Farben, Klänge, Gerüche der Landschaften aufzunehmen und sich tief mit dem Augenblick zu verbinden, dann mag er niemals davon lassen, wird immer wieder aufs Neue vom vermeintlich Vertrauten überrascht.

Noch ein Frühlingsgedicht? Ja. Jeder Lenz ist – so oft sich aus Dreck, Wasser, Sonnenlicht Milliarden Blätter, Blüten, Myzelien bilden – ein anderer. Bilde ich mir ein, dass die Vögel schreien vor Lust und Glück? Mag sein. Ich lasse mich einfach anstecken.

Frühlingstag. Libellenflug.
Flirrend tilgt mit Blau und Grün
Laue Luft den längsten Winter
Nie sind Eis und Schnee genug
Nie muss Hoffnung sich bemühn.
Frühling findet uns als Kinder
Sonne zählt nicht ihre Tage
Gras fragt nicht wie lang es bleibt
Nicht die Blüte, was sie treibt
Nicht mein Mund, warum ich klage.
Deine Küsse werden Flüge
In die schwimmenden Pastelle.
Lachend fallen Vogelzüge
In des Jahres grüne Welle.