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Hans Huckebein und andere schräge Vögel

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Baden-Baden war „Sommerhauptstadt Europas“, und das „Hotel d‘Engleterre“ – heute „Atlantic Parkhotel“ – beherbergte hohe Gäste wie den Reichskanzler Bismarck, als Wilhelm Busch „Max und Moritz“, „Die fromme Helene“, „Plisch und Plum“… erfand. Seine gezeichneten Figuren und Geschichten machten ihn berühmt, er gilt als einer der Urväter des Comics.

Wilhelm_Busch,_Portrait_by_Franz_von_Lenbach

Busch selbst schätzte die Bildergeschichten gering:

Ich betrachte meine Sachen als das, was sie sind, als Nürnberger Tand, als Schnurrpfeifereien, deren Wert nicht in ihrem künstlerischen Gehalt, sondern in der Nachfrage des Publikums zu suchen ist …“ Seinen Fähigkeiten als Maler misstraute er, als Autor fühlte er sich verkannt. Wer war der Mann mit dem grimmigen, bisweilen grausamen Humor? Er hat nie geheiratet – aus Eigenliebe oder weil er die Ehe verachtete? Wieso belustigen seine Einfälle uns heute noch ebenso wie vor 150 Jahren?

Mit einigen bekannten Bildergeschichten, mit biografischen und historischen Anekdoten wollen wir das Publikum im Kaminzimmer des „Atlantic Parkhotels“ Baden-Baden unterhalten, es kommen in unserer Soiree aber auch unbekannte Gedichte und Prosa von Wilhelm Busch zu Gehör. Lassen Sie sich überraschen.

Dazu gibt‘s musikalische Improvisationen: Swing, Jazz, Chanson.

Aktuelle Termine: 9.März 2018, 20:30 Uhr

 

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Rilkes Blick– Rilkes Gesichter

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Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge”, der einzige Roman des als Dichter gefeierten Rainer Maria Rilke, gilt als schwierige Lektüre. Als er ihn fertigstellte, war Rilke gerade 35, aber er war weit gereist und er hatte auf unvergleichliche Art Reisen und Leben, Kindheit und Liebe, scharfe Beobachtung und üppige Phantasien zu einer besonderen Prosa verdichtet. Wie viel Kraft  und Haltung ihr abzugewinnen ist, wie viel Spannung und Witz in seinen vermeintlich düsteren, elegischen Texten steckt – darüber durften wir bei “Leben Lesen” am Abend des 11. März staunen. Gespräche über Rilkes Reisen und Bezugspersonen – vor allem seine 16 Jahre ältere große Liebe Lou Andreas-Salomé, skandalumwittert und von Berühmtheiten wie Nietzsche und Frank Wedekind erfolglos umworben – unterhielten die Gäste ebenso wie die musikalischen Intermezzi von Annegret und Bernd Müller (Gesang, Gitarre) und Achim Quellmalz (Klarinette). Die “literarische Jamsession” weckte Lust auf mehr Rilke, Lust auf mehr große Literatur. Danke an Rilke, Danke an die Musiker und das gastfreundliche “Atlantic Parkhotel